Die Reisemobil International über Pauli Wohmobile

Wenn Reinhardt Pauli sein Domizil verlässt um zur Arbeit zu gehen, muss er nur wenige Schritte tun und die Glastür zu seinem Ausstellungsraum aufschließen: Der Händler von Concorde, Dethleffs, Sunlight und Pössl-Mobilen ist Vater von 5 Kindern.

Der gebürtige Sachse begann bereits vor fast einem halbenjahrhundert, was ihm heute den Lebensunterhalt sichert: Im Jahr 1975 baute er sich sein erstes Reisemobil. Das liest sich wenig spektakulär, war aber tatsächlich das, was häufig nur so gerne genannt wird: Pionierarbeit. In seiner Heimat, der ehemaligen DDR, waren allenfalls Wohnwagen als Campingfahrzeuge geläufig – ein rares Gut.

Paulis Projekt, für sich ein veritables Reisemobil aufzubauen, war etwa so vermessen wie es zu jener Zeit der Plan eines Bundesbürgers gewesen wäre, einen Düsenjet für den Familienkreis zu basteln. Zugute kam dem Leipziger die Tatsache, dass er sich bereits ein Jahr zuvor mit einer Kfz-Werkstatt für VW- und Audi-Modelle selbstständig gemacht und sich außerdem auf die Betreuung dreirädiger und zweisitziger Krankenfahrstühle mit Zweitakt- Motor spezialisiert hatte. Für sein – und das erste Mobil der Republik – setzte er auf das Modulsystem: Aus einem Opel-Lkw-Rahmen, einem VW-Transporter-Motor und Achsen vom selben Hersteller schuf er das Fahrgestell für sein Mobil, die Rahmen und Wände für den Aufbau dengelte und nietete er aus Alu. „Sogar die Fensterrahmen waren handgebogen“, schmeckt er heute noch den Stolz des Konstrukteurs nach.

Vom putzigen Selbstbau existieren nur noch Schwarz-Weiß-Fotos in der Größe einer Hanuta-Waffel, vom Mobil selbst fehlt jede Spur. Der Sachse hatte es „in der Gegend von Gera verkauft“ und würde heute, die Wehmut ist ihm deutlich anzumerken, zu gerne wissen, was aus dem Schmuckstück wurde.

Wie Paulis Lebensweg weiter verlief, lässt sich präziser nachzeichnen. Sein Geschäft entwickelte sich im real existierenden Sozialismus zu besispielhafter Prosperität, der ehemalige Sieger der DDR- Motorrad- Meisterschaft für Junioren im Jahre 1969 und Rallye-Meister 1979 beschäftigte schließlich zehn Angestellte.

Freitheitsdrang und Reiselust bewog ihn, im Jahr 1986 seinen Staat zu verlassen. Mit den Jahren beschlagen in den Finessen der heimatlichen Bürokratie, wählte er dafür einen ganz besonderen Weg: Ars vivendi, die Kunst zu leben, bedeutete in der DDR, so scheint es zumindest heute dem Wessi, Lücken im Netz der allgegenwärtigen Kontrolle zu finden, hindurchzuschlüpfen und so der Partei das Größte, dass sich denken lässt. Er schlüpfte durch eine Lücke im eisernen Vorhang-und fand via Heirat für sich einen formalen legalen Weg, hochoffiziell seinen Wohnsitz in der BRD zu nehmen, trotzdem aber noch in seine alte Heimat einreisen zu dürfen.

Jetzt endete für ihn die Autobahn nicht mehr im Niemandsland, jetzt war der Weg frei. Reinhardt Pauli eröffnete nun in Remscheid eine freie Kfz- Werkstatt, begann im Jahr 1987, Reisemobile zu vermieten, zog im Dezember 1991 in sein heutiges Refugium um und schmuggelte zwischendrin – er erzählt es so, als sei es nichts – 1988 seine zweite Frau in die Bundesrepublik „eingenietet und versteckt in einem Reisemobil“. Die Maschinenbau-Ingenieurin aus Leipzig steht ihm heute im Autohaus zur Seite, überstand gemeinsam mit ihm im Jahr 1992 und damit ein Jahr nach Einzug einen Brand der nur die Mauern seines Betriebes stehen ließ, und umreißt die Passion für Reisemobile ihres Mannes so: „Selbst wenn sein Schreibtisch bis oben hin voll gepackt ist – die Kunden haben immer den Eindruck, dass der Chef nur für Sie da ist.“

Mittlerweile ist auch die zweite Generation im Betrieb involviert. Victoria Pauli wird den Familienbetrieb im Sinne der Familie weiterführen.

Das Autohaus Pauli bietet vier Freizeitfahrzeug-Fabrikate und den Fiat-Service an. Es wird deutlich vom Engagement des Besitzers geprägt. Das lässt sich schon in der Zubehörabteilung erkennen, wo caravantypische Aufrüst-Accessoires kaum vorkommen, Beiträge zur nachträglichen Komfortaufwendung von Mobilen aber um so mehr. Noch deutlicher aber wird es in der Werkstatt, die mit ihrer Vielseitigkeit und Kompetenz für Mobile zu den Prunkstücken des Betriebs gehört.

Ein Versicherungskonzern könnte auf der Fläche von rund 700 Quadratmetern gut und gerne 50 Arbeitsplätze einrichten, Pauli nutzt die Halle, um nötigenfalls acht Mobile gleichzeitig zu kurieren. Selbst dann bleibt immer noch genügend Platz, um auch raumgreifende Arbeiten auszuführen. Woran immer ein Reisemobil kränkelt, Kunden des Remscheider Handelshauses können jede Malaise behandeln lassen: von Möbelreparaturen – dafür gibt es eigens im ersten Stock des Gebäudes eine betriebseigene Schreinerei – über umfangreiche Aufbauarbeiten bis zur kompletten Betreuung des Fahrgestells, von Inspektionen bis zum Tausch des Getriebes. Eine neugebaute Direktannahme und eine Auslieferungshalle seit dem 01.05.2014 runden den Service für den Kunden ab.

Weil Fahrzeuge mit langer Auftragsliste schon mal mehrere Tage in Paulis eindrucksvoller Werkhalle verweilen, offeriert er als Überbrückungshilfe Pkw´s . Oder – für Mobilisten, die von ihrem Mobil gar nicht lassen können – drei Stellplätze auf dem 8.000 Quadratmetergroßen Firmengelände.

Diese können natürlich auch durchreisende Mobilisten nutzen: Stellplatz und Strom sind vorhanden, Ver- und Entsorgung kostet ein Euro. Kein Wunder, dass unter Reisenden, die auf der A1 unterwegs sind, seine Plätze als Geheimtipp gelten: Sie liegen gleich an der Autobahn 1, sind idealer Startpunkt für Trips in die Schwebebahnstadt Wuppertal, ins Bergische Land ( siehe Bild Müngstner Brücke), oder ins Allee-Center in der Innenstadt zum ausführlichen Bummel mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten. Und der Small-Talk mit einem leidenschaftlichen Mobil-Profi ist im Leistungsumfang eingeschlossen.

Solche Zusatzangebote sind für Reinhardt Pauli Basis seiner Tätigkeit. „Wir leben vom Service“, heißt das in seiner Diktion und schlägt sich auch in den personellen Prioritäten nieder: Von den 17 Mitarbeitern des Autohauses sind zehn in der Werkstatt tätig – ein Meister, zwei Azubis und sechs Gesellen der Sparte Elektrik, Karosseriebau und Holzhandwerk. Das Pauli, selbst Kfz-Meister, dieses stattliche Team gerne noch verstärkt, liegt in seiner Persönlichkeitsstruktur. Denn lieber als mit Steuerberatern oder Vertretern des Kreditgewerbes unterhält er sich mit echten Reisemobil-Fans, diskutiert über Drehmomentkurven und Vorteile unterschiedlicher Klimaanlagen-Prinzipien oder bastelt an seinem eigenen Mobil. Die ganz persönliche Liebe zum Metier führt privat zu Mobiltouren durch „Norwegen und Schweden – traumhaft schön und unberührt“ und geschäftlich zu Aktivitäten wie einem jährlichen Reisemobil-Treffen, das er eigens für seine Kunden veranstaltet. Dann zieht eine Karawane zum Beispiel an die Mosel oder in Landstriche der neuen Bundesländer, die er besser zu präsentieren weiß als viele professionelle Reiseleiter.

Stellplätze für Durchreisende

Kampf für Kulanz

Angesichts der Tatsache, dass Berufsleben und Freizeitgestaltung für die Familie unter mobilem Vorzeichen stehen, klingen aus Paulis Mund sogar die Statements glaubhaft, die Händler dieser Branche unisono intonieren. Dass er sich „um jeden Schmiernippel“ kümmere, glaubt ihm der Zuhörer ebenso gerne wie die Aussage, dass er bei den Herstellern verbissen für Kulanz-Generosität kämpfe. Nicht jeder Kunde, der nach Ablauf der Gewährleistungsfrist Mängel reklamiert, ist ein notorischer Querulant, nicht jedes Mobil, das ausgeliefert wird, ist ein leuchtendes Beispiel deutschen Perfektionsstrebens.

Der Sachse zieht freilich Defizite nicht nur auf Seiten der Industrie. Ihm sind als Praktiker auch die Abgründe der Szene nicht fremd: “Die meisten Reisemobilisten sind höchst angenehme Menschen, aber einige wenige benehmen sich, als sei rings um sie nur Wüste.“ Solche Beobachtungen macht er unterwegs, aber auch auf seinem eigenen Firmengelände. Die Anekdoten von Mobil-Eignern, die seine Stellplätze nutzen und augenscheinlich das Bestreben hatte, allen Vorurteilen gerecht zu werden, die über Reisemobilisten kursieren, könnten weniger positiv denkende Menschen als ihn verbittern. Reinhardt Pauli lässt sich davon nicht beirren. Denn mit der überwiegenden Mehrheit von Reisemobil-Fahrern hält er gerne engen Kontakt. Und setzt sogar Hoffnungen in sie: Den Besuch von REISEMOBIL INTERNATIONAL nutzt er, um eine Fahndungsmeldung zu veröffentlichen. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, was aus seiner Erstkonstruktion aus Handfertigung aus dem Jahre 1971 in der DDR wurde, wird dringend gebeten, ihn oder REISEMOBIL INTERNATIONAL zu informieren. Die Redaktion setzt als Belohnung einen Report über den erfolgreichen Detektiv, den Lebensweg des Fahrzeugs und seinen heutigen Besitzer aus.

Die Reisemobil International über Pauli Wohmobile

Wenn Reinhardt Pauli sein Domizil verlässt um zur Arbeit zu gehen, muss er nur wenige Schritte tun und die Glastür zu seinem Ausstellungsraum aufschließen: Der Händler von Concorde, Dethleffs, Sunlight und Pössl-Mobilen ist Vater von 5 Kindern.

Der gebürtige Sachse begann bereits vor fast einem halbenjahrhundert, was ihm heute den Lebensunterhalt sichert: Im Jahr 1975 baute er sich sein erstes Reisemobil. Das liest sich wenig spektakulär, war aber tatsächlich das, was häufig nur so gerne genannt wird: Pionierarbeit. In seiner Heimat, der ehemaligen DDR, waren allenfalls Wohnwagen als Campingfahrzeuge geläufig – ein rares Gut.

Paulis Projekt, für sich ein veritables Reisemobil aufzubauen, war etwa so vermessen wie es zu jener Zeit der Plan eines Bundesbürgers gewesen wäre, einen Düsenjet für den Familienkreis zu basteln. Zugute kam dem Leipziger die Tatsache, dass er sich bereits ein Jahr zuvor mit einer Kfz-Werkstatt für VW- und Audi-Modelle selbstständig gemacht und sich außerdem auf die Betreuung dreirädiger und zweisitziger Krankenfahrstühle mit Zweitakt- Motor spezialisiert hatte. Für sein – und das erste Mobil der Republik – setzte er auf das Modulsystem: Aus einem Opel-Lkw-Rahmen, einem VW-Transporter-Motor und Achsen vom selben Hersteller schuf er das Fahrgestell für sein Mobil, die Rahmen und Wände für den Aufbau dengelte und nietete er aus Alu. „Sogar die Fensterrahmen waren handgebogen“, schmeckt er heute noch den Stolz des Konstrukteurs nach.

Vom putzigen Selbstbau existieren nur noch Schwarz-Weiß-Fotos in der Größe einer Hanuta-Waffel, vom Mobil selbst fehlt jede Spur. Der Sachse hatte es „in der Gegend von Gera verkauft“ und würde heute, die Wehmut ist ihm deutlich anzumerken, zu gerne wissen, was aus dem Schmuckstück wurde.

Wie Paulis Lebensweg weiter verlief, lässt sich präziser nachzeichnen. Sein Geschäft entwickelte sich im real existierenden Sozialismus zu besispielhafter Prosperität, der ehemalige Sieger der DDR- Motorrad- Meisterschaft für Junioren im Jahre 1969 und Rallye-Meister 1979 beschäftigte schließlich zehn Angestellte.

Freitheitsdrang und Reiselust bewog ihn, im Jahr 1986 seinen Staat zu verlassen. Mit den Jahren beschlagen in den Finessen der heimatlichen Bürokratie, wählte er dafür einen ganz besonderen Weg: Ars vivendi, die Kunst zu leben, bedeutete in der DDR, so scheint es zumindest heute dem Wessi, Lücken im Netz der allgegenwärtigen Kontrolle zu finden, hindurchzuschlüpfen und so der Partei das Größte, dass sich denken lässt. Er schlüpfte durch eine Lücke im eisernen Vorhang-und fand via Heirat für sich einen formalen legalen Weg, hochoffiziell seinen Wohnsitz in der BRD zu nehmen, trotzdem aber noch in seine alte Heimat einreisen zu dürfen.

Jetzt endete für ihn die Autobahn nicht mehr im Niemandsland, jetzt war der Weg frei. Reinhardt Pauli eröffnete nun in Remscheid eine freie Kfz- Werkstatt, begann im Jahr 1987, Reisemobile zu vermieten, zog im Dezember 1991 in sein heutiges Refugium um und schmuggelte zwischendrin – er erzählt es so, als sei es nichts – 1988 seine zweite Frau in die Bundesrepublik „eingenietet und versteckt in einem Reisemobil“. Die Maschinenbau-Ingenieurin aus Leipzig steht ihm heute im Autohaus zur Seite, überstand gemeinsam mit ihm im Jahr 1992 und damit ein Jahr nach Einzug einen Brand der nur die Mauern seines Betriebes stehen ließ, und umreißt die Passion für Reisemobile ihres Mannes so: „Selbst wenn sein Schreibtisch bis oben hin voll gepackt ist – die Kunden haben immer den Eindruck, dass der Chef nur für Sie da ist.“

Mittlerweile ist auch die zweite Generation im Betrieb involviert. Victoria Pauli wird den Familienbetrieb im Sinne der Familie weiterführen.

Das Autohaus Pauli bietet vier Freizeitfahrzeug-Fabrikate und den Fiat-Service an. Es wird deutlich vom Engagement des Besitzers geprägt. Das lässt sich schon in der Zubehörabteilung erkennen, wo caravantypische Aufrüst-Accessoires kaum vorkommen, Beiträge zur nachträglichen Komfortaufwendung von Mobilen aber um so mehr. Noch deutlicher aber wird es in der Werkstatt, die mit ihrer Vielseitigkeit und Kompetenz für Mobile zu den Prunkstücken des Betriebs gehört.

Ein Versicherungskonzern könnte auf der Fläche von rund 700 Quadratmetern gut und gerne 50 Arbeitsplätze einrichten, Pauli nutzt die Halle, um nötigenfalls acht Mobile gleichzeitig zu kurieren. Selbst dann bleibt immer noch genügend Platz, um auch raumgreifende Arbeiten auszuführen. Woran immer ein Reisemobil kränkelt, Kunden des Remscheider Handelshauses können jede Malaise behandeln lassen: von Möbelreparaturen – dafür gibt es eigens im ersten Stock des Gebäudes eine betriebseigene Schreinerei – über umfangreiche Aufbauarbeiten bis zur kompletten Betreuung des Fahrgestells, von Inspektionen bis zum Tausch des Getriebes. Eine neugebaute Direktannahme und eine Auslieferungshalle seit dem 01.05.2014 runden den Service für den Kunden ab.

Weil Fahrzeuge mit langer Auftragsliste schon mal mehrere Tage in Paulis eindrucksvoller Werkhalle verweilen, offeriert er als Überbrückungshilfe Pkw´s . Oder – für Mobilisten, die von ihrem Mobil gar nicht lassen können – drei Stellplätze auf dem 8.000 Quadratmetergroßen Firmengelände.

Diese können natürlich auch durchreisende Mobilisten nutzen: Stellplatz und Strom sind vorhanden, Ver- und Entsorgung kostet ein Euro. Kein Wunder, dass unter Reisenden, die auf der A1 unterwegs sind, seine Plätze als Geheimtipp gelten: Sie liegen gleich an der Autobahn 1, sind idealer Startpunkt für Trips in die Schwebebahnstadt Wuppertal, ins Bergische Land ( siehe Bild Müngstner Brücke), oder ins Allee-Center in der Innenstadt zum ausführlichen Bummel mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten. Und der Small-Talk mit einem leidenschaftlichen Mobil-Profi ist im Leistungsumfang eingeschlossen.

Solche Zusatzangebote sind für Reinhardt Pauli Basis seiner Tätigkeit. „Wir leben vom Service“, heißt das in seiner Diktion und schlägt sich auch in den personellen Prioritäten nieder: Von den 17 Mitarbeitern des Autohauses sind zehn in der Werkstatt tätig – ein Meister, zwei Azubis und sechs Gesellen der Sparte Elektrik, Karosseriebau und Holzhandwerk. Das Pauli, selbst Kfz-Meister, dieses stattliche Team gerne noch verstärkt, liegt in seiner Persönlichkeitsstruktur. Denn lieber als mit Steuerberatern oder Vertretern des Kreditgewerbes unterhält er sich mit echten Reisemobil-Fans, diskutiert über Drehmomentkurven und Vorteile unterschiedlicher Klimaanlagen-Prinzipien oder bastelt an seinem eigenen Mobil. Die ganz persönliche Liebe zum Metier führt privat zu Mobiltouren durch „Norwegen und Schweden – traumhaft schön und unberührt“ und geschäftlich zu Aktivitäten wie einem jährlichen Reisemobil-Treffen, das er eigens für seine Kunden veranstaltet. Dann zieht eine Karawane zum Beispiel an die Mosel oder in Landstriche der neuen Bundesländer, die er besser zu präsentieren weiß als viele professionelle Reiseleiter.

Stellplätze für Durchreisende

Kampf für Kulanz

Angesichts der Tatsache, dass Berufsleben und Freizeitgestaltung für die Familie unter mobilem Vorzeichen stehen, klingen aus Paulis Mund sogar die Statements glaubhaft, die Händler dieser Branche unisono intonieren. Dass er sich „um jeden Schmiernippel“ kümmere, glaubt ihm der Zuhörer ebenso gerne wie die Aussage, dass er bei den Herstellern verbissen für Kulanz-Generosität kämpfe. Nicht jeder Kunde, der nach Ablauf der Gewährleistungsfrist Mängel reklamiert, ist ein notorischer Querulant, nicht jedes Mobil, das ausgeliefert wird, ist ein leuchtendes Beispiel deutschen Perfektionsstrebens.

Der Sachse zieht freilich Defizite nicht nur auf Seiten der Industrie. Ihm sind als Praktiker auch die Abgründe der Szene nicht fremd: “Die meisten Reisemobilisten sind höchst angenehme Menschen, aber einige wenige benehmen sich, als sei rings um sie nur Wüste.“ Solche Beobachtungen macht er unterwegs, aber auch auf seinem eigenen Firmengelände. Die Anekdoten von Mobil-Eignern, die seine Stellplätze nutzen und augenscheinlich das Bestreben hatte, allen Vorurteilen gerecht zu werden, die über Reisemobilisten kursieren, könnten weniger positiv denkende Menschen als ihn verbittern. Reinhardt Pauli lässt sich davon nicht beirren. Denn mit der überwiegenden Mehrheit von Reisemobil-Fahrern hält er gerne engen Kontakt. Und setzt sogar Hoffnungen in sie: Den Besuch von REISEMOBIL INTERNATIONAL nutzt er, um eine Fahndungsmeldung zu veröffentlichen. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, was aus seiner Erstkonstruktion aus Handfertigung aus dem Jahre 1971 in der DDR wurde, wird dringend gebeten, ihn oder REISEMOBIL INTERNATIONAL zu informieren. Die Redaktion setzt als Belohnung einen Report über den erfolgreichen Detektiv, den Lebensweg des Fahrzeugs und seinen heutigen Besitzer aus.